Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftat (ASS) demnächst auch in Bochum möglich

Der psychische Druck für das Opfer von Sexualstraftaten ist immens hoch. Nicht selten gehen auch massive Bedrohungen des Täters einher, damit das Opfer keine Anzeige erstattet. Aus Angst und aus Scham trauen sich Opfer dann nicht direkt nach der Tat eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Dabei ist es gerade zu diesem Zeitpunkt möglich, wichtige Beweise zur Überführung des Täters zu sichern.

Um diese Zwangssituation zu beseitigen, entwickelte der interdisziplinäre Arbeitskreis gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendliche ein System der anonymen Spurensicherung.

Betroffene Frauen, Jugendliche und Kinder können. nun nach der Tat Krankenhäuser, Gynäkologen oder Kinderärzte unserer Region aufsuchen, um sich nicht nur ärztlich behandeln zu lassen, sondern auch um die Spuren der Gewalttat zu dokumentieren und zu sichern. Diese Beweise werden dann anonym beim Institut für Rechtsmedizin codiert gelagert bis das Opfer der Gewalttat sich zu einer Anzeige entschließen kann. Die eingelagerten Spuren können dann als wichtiges oder vielleicht auch als einziges Beweismittel dienen.

Zur Information aller sozialen und medizinischen Einrichtungen sowie aller Kinder- und Frauenärzte der Region Bochum, Herne, Recklinghausen und Witten fand ein Informationsabend am 07.11.2007 in der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum statt. Seit dieser Veranstaltung kann das anonyme Spurensicherungs-Set für Opfer von Sexualstraftaten an Krankenhäusern, bei Ärzten oder bei sozialen Institutionen in Anspruch genommen werden.

Den Bildband zur Veranstaltung können Sie hier einsehen.

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